Schreiben Sie der Worte wegen?

2022-02-20

Das Schreiben bedeutet das Auslassen meines augenblicklichen Sinnes. Das Ausleeren meiner Worte und das Auskommen mit meinem gegenwärtigen Selbst. Wenn ich schreibe, kann ich meine Gedanken vor meinen Augen sehen, sehen wie sich Glaubenssätze infrage stellen und glauben, dass andere Sinne in mir wohnen. Ich identifiziere mich nicht mit dem Geschriebenen. Man kann dieser Sammlung von Gedichten, Texten und Geschichten nicht trauen gar sollte man ihnen immer mit sehr viel Vorüberlegung zugegen treten.

Ich schreibe nicht, damit ich mir etwas beweise, etwas aufklären oder jemandem helfen möchte. Ich schreibe, weil sonst meine Inneres sich selbst überlassen verkümmern würde. Nur durch diesen Schritt der Überwachung kann ich meine innersten Gedanken und Glaubenssätze kennenlernen und jene herausfordernd entgegentreten.

Ich denke sehr viel, ich überdenke alles, ich bin ein gedanklicher Perfektionist und das Schreiben ein ausgleichender, konträrer Arm in meinem Leben.